"Ich geh jetzt Rasen mähen..."

"Ich geh jetzt Rasen mähen..."

Keine lästige Pflicht mehr für Herrn Schuchner

seit er die neue Schulterkopf-Prothese bekommen hat

„Ich komm’ grad aus dem Garten. Acht Meter Holz hab’ ich schon zu Brennholz gespalten und am Nachmittag geh’ ich Rasenmähen“. Ein ganz schönes Tagespensum für einen 70-Jährigen. Aber bei Ivan Schuchner ist diese Art der Freizeitgestaltung überhaupt etwas Besonderes. Denn noch vor etwa zwei Jahren konnte der gebürtige Ungar, der als Kleinkind nach Wien kam, seinen rechten Arm höchstens noch bis zur Brust heben und das nur unter Schmerzen. Ganz zu schweigen davon, mit einer Axt auszuholen...

„Davor hatte ich schon etwa ein Jahr lang Beschwerden in der Schulter. Zunächst beim Heben, Arbeiten über Kopf waren gar nicht mehr möglich, auch nicht Wäsche aufhängen. Dann wurde der Arm immer schwächer. Also ließ ich das Problem untersuchen“, berichtet Herr Schuchner.
Es ergab sich ein Knorpeldefekt im Schultergelenk, beginnende Arthrose war festzustellen. „Mein Glück“, so der Patient „dass ich zu gut informierten Spezialisten im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern kam.“ Denn solche Probleme sind oft schwer zu diagnostizieren und auf Röntgenbildern kaum zu erkennen. Meist wird daher erst so spät eingegriffen, dass die Schäden schon weit fortgeschritten sind, wie sich dann oft bei weiterführender Diagnostik mit einer Spiegelung herausstellt.

Auch bei Herrn Schuchner zeigten sich Abnützungserscheinungen durch Arthrose. Nach einigen Gesprächen war klar, dass für ihn eine neuartige Schulterprothese in Frage kam.
Prim. Werner Anderl, Vorstand der Orthopädie am KH der Barmherzigen Schwestern in Wien, der die Prothese selbst entwickelt hat: „Hier gibt es unterschiedliche Methoden, je nach vorliegendem Abnützungsgrad. Bei diesem Patienten war es möglich, ein neues Verfahren anzuwenden, das ohne große Schnitte auskommt und arthroskopisch, also mittels „Schlüssellochchirurgie“, durchgeführt wird. Danach sind weder das Tragen einer Schlinge noch von Verbänden vonnöten, auch keine Ruhigstellung. Im Gegenteil sollte rasch mit Physiotherapie begonnen werden. Herr Schuchner blieb eine Nacht bei uns zur Beobachtung, immer öfter lässt sich so eine Operation aber auch ambulant durchführen.“ Erforderlich sind Spezialinstrumente, zwei Spezialisten operieren gleichzeitig. Im Gegensatz zu herkömmlichen Eingriffen zu Schulterersatz muss der Gelenkskopf nicht abgeschnitten, die Muskulatur nicht durchtrennt werden.
Der ehemalige Programmierer war eben immer schon ein Pionier. Lange bevor der Gebrauch von Computern im Alltag üblich war („Wir haben noch mit Lochkarten gearbeitet“), erstellte er schon komplizierte Programme für ein internationales IT-Unternehmen. Die dabei erforderliche Detailgenauigkeit kam ihm dann auch beim täglichen Üben zugute. Denn die Operation ist nur ein Teil der Behandlung.

Ich möchte allen Betroffenen ans Herz legen, konsequent zu üben! Der Patient muss bei seiner Genesung aktiv mitarbeiten: Zunächst absolvierte ich die Trainingseinheiten mit der Physiotherapeutin, dann dreimal täglich zu Hause. Die erste Übung bestand nur einmal in Dehnen, immer mehr, immer weiter. In kleinen Schritten wurde mein Bewegungsradius immer besser. Sehen Sie nur.“ (Schwingt die Arme lachend über den Kopf.) Wandern, Radfahren („vom Brenner nach Trient, in vier Tagen 220 km“) und Hausarbeit halten den Junggebliebenen in Schwung. Seine jüngere Frau ist noch berufstätig, da möchte er sie entlasten. Mit seiner neuen Schulter gelingt ihm das besser den je.

Artikel

VON KARIN PODOLAK

Kronen Zeitung
Gesund & Familie, 18.07.2015 
Fotos: Gerhard Bartel (2), KH BHS

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